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CLEANFEED: DEUTSCH Vietnamesisches Wirtschaftswunder auf Kosten der Umwelt?
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Vietnam ist in Bewegung.
Wortwörtlich.
Die Wirtschaft wächst jährlich um 6% und mehr.*
*Quelle: Weltbank
Doch der Erfolg hat seine dunklen Seiten…
Jährlich sterben ca. 30'000 Menschen an den Folgen von verschmutzter Luft.*
*Quelle WHO, 2012
Vietnam ist das viertgrösste Herkunftsland von Plastikmüll in den Weltmeeren.*
*Quelle: International solid waste association
Und das Thema Umweltschutz hat für die Bevölkerung keinen grossen Stellenwert.
Christian Oster, Journalist und Reiseführer
Wir haben eine sehr junge Gesellschaft, 70% sind unter 30 Jahre alt. Diese jungen Leute interessieren sich, etwas zugespitzt gesagt, für Geld, Reichtum und Wohlstand. Und zwar in dieser Reihenfolge.
(Streichen: Der Umweltschutz ist den jungen Vietnamesen also noch nicht wirklich wichtig.)
Doch immerhin nimmt die vietnamesische Regierung den Umweltschutz ernst.
Sie hat die Industrie verpflichtet, künftig ihre Abwässer schon auf dem Firmengelände zu reinigen.
Denn zurzeit fliessen 70% der Industrieabwässer ungeklärt in die Flüsse.*
*Quelle: UN-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO)
Eine der Firmen, die ihr Abwasser reinigt, ist die ABB. Der Konzern betreibt nahe Hanoi eine Produktionsstätte mit 250 Angestellten.
Der Konzern sieht landesweit grosses Potential in solchen Reinigungstechnologien.
Brian Hull, Manager ABB Vietnam
Original English:
There is a huge requirement in the coming years for treating gases before they go into the atmosphere, for treating water and of course for reducing the amount of energy that we use. Vietnam is a growing economy and needs a huge amount of energy.
Es wird eine grosse Nachfrage nach Luft- und Wasserreinigungssystemen geben. Auch Energiesparen ist ein grosses Thema, denn Vietnam hat eine wachsende Wirtschaft, die sehr viel Energie verbraucht.
Die Firma produziert in Nordvietnam Bauteile für die Stromindustrie und erhofft sich vom Wandel gute Geschäfte. (natürlich gestrichen)
Umweltministerin Doris Leuthard unterstützt zum einen den Umweltschutz, aber andererseits auch die geschäftlichen Interessen von Schweizer Firmen.
Die Bundesrätin versuchte in diesen Tagen in Hanoi auch die grossen Verursacher von Umweltverschmutzungen für das Thema zu sensibilisieren.
Quote Leuthard
Die Bundesrätin versprüht damit Zweckoptimismus.
In Vietnam sind zwar viele Umweltprojekte und Gesetze vorhanden…
….doch werden sie von der Regierung zu wenig koordiniert umgesetzt, und Verstösse werden zu wenig konsequent geahndet.*
*Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2017
So ist der durchschlagende Erfolg der Massnahmen bisher ausgeblieben.
Auch das Schweizer Engagement unterstützt eher die kleinen Schritte, und weniger die grossen Sprünge auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft Vietnams.