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CLEANFEED: Bundesversammlung feiert ernst und humorvoll 175-jährige Verfassung
In seiner Festrede sagte Bundespräsident Alain Berset, die Bundesverfassung von 1848 sei aus einem Geist des Kompromisses hervorgegangen. Anders als oft angeführt, sei der Kompromiss nicht der Weg des geringsten Widerstands, sondern der einzige Pfad, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.
Die Bundesverfassung sei durchaus ein Meisterstück gewesen, sagte Berset auch, doch ein unvollständiges: Die Demokratie von damals habe die Frauen ausgeschlossen. Auch Juden seien gewisse Rechte nicht zugestanden worden, etwa die Niederlassungsfreiheit.
Auf die fehlenden Rechte der Frauen im Ursprungstext wies auch Ständeratspräsidentin Brigitte Häberli-Koller (Mitte/TG) hin. Sie sagte auch, die Bundesverfassung habe sich zu einem Gemeinschaftswerk entwickelt - dank des Initiativrechts könne jede Bürgerin und jeder Bürger daran mitwirken.
Die Schöpfer der Bundesverfassung hätten dem zerstrittenen Bündnis der Kantone innert kürzester Zeit eine Staatsform auf den Leib geschneidert, die auch heute noch sitze, sagte Nationalratspräsident Martin Candinas (Mitte/GR). Er würdigte namentlich das Zweikammersystem nach US-amerikanischem Vorbild, in dem National- und Ständerat gleichberechtigt sind.