AWP
Berufliche Vorsorge: "Brauchen Leitplanken der Politik"
Bei der beruflichen Vorsorge fehlt es bei vielen Schweizerinnen und Schweizern an fundiertem Wissen in Finanzfragen, der so genannten Financial Literacy. Hinzu komme, dass Frauen oft risikoaverser sind als Männer und für sie der Finanzmarkt schlicht „unsexy“ ist. Diese Erkenntnis zumindest ist Teil ihrer empirischen Forschung, wie Monika Bütler, Professorin am SEW der Universität St. Gallen, an der 44. AWP Tagung zur Sozialen Sicherheit am Dienstag in Bern erklärte.
Zudem passierten Fehler durch die Wahlfreiheit bei der beruflichen Vorsorge, beispielsweise bei der Höhe des Beitragssatzes, welche langfristig negative Folgen haben könnten. „Es ist häufig eine Illusion zu denken, dass man später daran noch etwas ändern kann“, sagte Bütler. Auch eine Illusion sei, dass bisher gültige Regeln bei der Vorsorge auch in der Zukunft noch gelten würden. Tendenziell werde, so die Professorin für Volkswirtschaftslehre der Uni St. Gallen, zu wenig Geld auf die Seite gelegt.
Welchen Handlungsspielraum die Pensionskassen haben, welche Faktoren den Entscheidungsprozess der Versicherten beeinflusst und warum die Politik für Leitplanken sorgen muss, das erläutert Bühler im Video-Interview.
Byline: Andreas Hohn
Location: Bern Schweiz
Type: Interview